
Zuhören
—bevor wir erzählen. Wir fangen die leisen Signale auf, die sonst untergehen, für Innovation und Storytelling, das ankommt.

Wir wollen neue Projekte entwickeln und wir beginnen mit Zuhören. Die Audience Probe ist ein sechswöchiger Workshop-Prozess genau dafür: eine Einladung an Menschen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen und an Journalist:innen, Autor:innen und andere Kreativschaffende, die Bedürfnisse, Gefühle und Alltagsrealitäten von bestimmten Zielgruppen besser zu verstehen. Statt mit einem fertigen Format zu starten, hören wir in dem Prozess auf leise Signale und entwickeln daraus die Grundlage für neue Geschichten und Formate.
Polarisierung ist mehr als eine Meinungsverschiedenheit.
Die jeweils andere Seite nehmen wir oft als geschlossener und extremer wahr, als sie wirklich ist. Deshalb beginnen wir mit zwei Fragen:
Wie können wir Menschen trotz unterschiedlicher Perspektiven wieder dazu bringen, einander als Menschen wahrzunehmen?
Und wie können wir Projekte für Zielgruppen entwickeln, die uns nicht vertraut sind, ohne dabei einen Konsens zu erzwingen?
Was uns dabei leitet:
Überzeugungen hängen eng mit Identität, moralischen Intuitionen und persönlichen Erfahrungen zusammen.
Zahlen und Fakten allein schaffen kein gegenseitiges Verständnis.
Es geht nicht um Konsens, sondern um ein differenzierteres Bild voneinander.
Zielgruppenaufbau beginnt vor der Formatentwicklung.
Für uns inspirierende Quellen: Mau, Triggerpunkte (2023) · Haidt, The Righteous Mind (2012/2013) · Sahebi, Verbinden statt spalten (2025) · De Meyer (2025) · Allport (1954) · Pettigrew & Tropp (2006) · Gaertner & Dovidio (2000) · The Enemies Project (2026)

Das Unsichtbare Drittel
More in Common unterteilt unsere Gesellschaft nach ihrer Orientierung am Gemeinwohl in drei Teile: die Stabilisatoren, die gesellschaftlichen Pole und das unsichtbare Drittel. Letzteres ist die am wenigsten beachtete, am wenigsten verstandene und zugleich vielversprechendste Zielgruppe für gesellschaftlich relevante Medienformate. Diese Gruppe wünscht sich mehr Anerkennung und Repräsentation. Ihre Persepktiven tauchen in öffentlichen Debatten kaum auf und fehlen dort. Um sie einzubeziehen, wollen wir zuhören und gemeinsam entwickeln. Nicht von der Bubble für die Bubble.
Quelle: More in Common Deutschland, 2026. Die Dreiteilung der Gesellschaft geht auf die Grundlagenstudie Die andere deutsche Teilung (2019) zurück.

Die Audience Probe
Die Audience Probe ist eine explorative, qualitative Methode. Sie macht die feinen, oft übersehenen Verhaltensweisen und Gefühle in gesellschaftlichen Gruppen sichtbar, die uns nicht vertraut sind: die "Silent Signals". Wenn wir diese verborgenen Einsichten sichtbar machen, verstehen wir die echten Bedürfnisse, Emotionen und Beweggründe der Menschen besser, mit denen wir in den Dialog treten möchten. Daraus entsteht die frühe Inspiration für glaubwürdiges Storytelling, wirksame Formate und passende Wege der Verbreitung.
Auf diese Signale wollen wir besonders hören:
unausgesprochene Bedürfnisse und Konflikte
Gefühle fehlender Anerkennung oder Repräsentation
Vertrauen und Misstrauen gegenüber Institutionen und Medien
relevante Sprache, Narrative und Trigger
geeignete Zugänge und Beteiligungsformen
Alltagsrealitäten und Wertespannungen
Die Methode folgt dem Ansatz der Cultural und Design Probes (Gaver et al. 1999; Mattelmäki 2006): Die persönliche Begegnung steht vor der Formatentwicklung.
Erprobt beim finnischen Sender Yle
Der finnische Sender Yle nutzt diesen Ansatz seit 2008 für strategische Innovation. Die Erkenntnisse aus der Audience Probe bleiben fünf bis acht Jahre relevant und sie haben die Grundlage gebildet für Formate wie die Serie „Mental", die in Deutschland 2018 als „FREAKS" bei funk adaptiert wurde.












© Yle
„Menny pahaks": ein von Content Creators getragenes, faktenbasiertes Format von Yle.
© funk
Die Yle-Serie „Sekasin" (Mental) wurde 2018 von funk in Deutschland als „FREAKS" adaptiert ...
© france.tv
... und 2019 von france.tv als „Mental".
© Yle
„Menny pahaks": ein von Content Creators getragenes, faktenbasiertes Format von Yle.
© funk
Die Yle-Serie „Sekasin" (Mental) wurde 2018 von funk in Deutschland als „FREAKS" adaptiert ...
© france.tv
... und 2019 von france.tv als „Mental".
© Yle
„Menny pahaks": ein von Content Creators getragenes, faktenbasiertes Format von Yle.
© funk
Die Yle-Serie „Sekasin" (Mental) wurde 2018 von funk in Deutschland als „FREAKS" adaptiert ...
© france.tv
... und 2019 von france.tv als „Mental".
© Yle
„Menny pahaks": ein von Content Creators getragenes, faktenbasiertes Format von Yle.
© funk
Die Yle-Serie „Sekasin" (Mental) wurde 2018 von funk in Deutschland als „FREAKS" adaptiert ...
© france.tv
... und 2019 von france.tv als „Mental".
Startpunkt für Co-Kreation
Die Audience Probe ist ein Ausgangspunkt für Co-Kreation mit der oft unsichtbaren Zielgruppe, bei dem Menschen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen mit Autor:innen und anderen Kreativschaffenden zusammenkommen. Für die Interactive Media Foundation haben wir vier zentrale Ergebnisse ausgemacht:
Strategischer Blick
Klarheit darüber, wie Sie die Zielgruppen ansprechen, die für Ihre Zukunft am wichtigsten sind.
Formatinnovation
Aus frischen, zielgruppennahen Ideen werden konkrete, umsetzbare Initiativen.
Redaktionelle Arbeit
Die Narrative, Formate und Tonlagen finden, die wirklich ankommen.
Beziehung zu Zielgruppen
Übung darin, Menschen zu begegnen, die skeptisch oder ablehnend sein können, und neue Anknüpfungspunkte zu finden.

So läuft es ab
Der gesamte Prozess wird von Raimo Lång begleitet, ehemaliger Head of Content Development bei Yle.
Kick-off-Workshop, 3 Tage in unserem Berliner Studio
Gemeinsam entwickeln wir die Personas und gestalten einen Fragebogen beziehungsweise ein Tagebuch.
Informant:innen finden, zu zweit, über 10 Tage, ortsunabhängig
In Paaren gehen wir in die Stadt und die Region und suchen zwei Menschen (Informant:innen), die zu den gewählten Personas passen. Wir bitten sie, zehn Tage lang mit dem digitalen Tagebuch zu arbeiten.
Tagebuchphase, über 10 Tage, online
Unsere Produktionsleitung steht in Kontakt mit den Informant:innen und begleitet den Tagebuch-Prozess über zehn Tage.
Erste Auswertung, 1 Tag per Videokonferenz
Gemeinsam schauen wir uns die Tagebücher an.
Interviews und Strategie, 3,5 Tage in unserem Berliner Studio
Wir bereiten die persönlichen Interviews vor, die jede:r Teilnehmende mit der:dem eigenen Informant:in zu Hause führt, werten die Interviews aus und entwickeln eine Strategie, wie es mit der eigenen Projektentwicklung weitergeht, auf Basis der "Silent Signals" aus der Audience Probe.
Lust mitzumachen?
Die Audience Probe lebt von den Menschen, die sie mitgestalten, ob aus einer zivilgesellschaftlichen Organisation, dem Journalismus oder der kreativen Arbeit. Eine kurze Nachricht mit dem Interesse an unserem Vorhaben genügt, alles Weitere besprechen wir dann gern gemeinsam.
Kaj Schlicht, Leitung Organisationsentwicklung
schlicht@interactivemedia-foundation.com
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